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    Der Anstieg und die Leere

    Donnerstag, April 20th, 2017

    Einst führten alle Wege nach Rom. In meine Wohnung führen immerhin zwei, abhängig davon, welche Straßenbahnhaltestelle ich zum Aussteigen wähle. Da ist der Weg durch Garten und Hintertüre. Und da ist der zweite, etwas längere, beständig aufsteigende. In den vergangenen Wochen habe ich stets ihn gewählt. Denn er führt direkt zum Briefkasten.

    Ich stieg aus der Bahn aus und die Treppenstufen hinauf, die in meine Straße führen, an den Anfang des Anstiegs zum letzten Haus vor dem Wald, in dem ich hause. Und während ich einen Fuß vor den nächsten setzte, ratterten die Gedanken, was ich im Briefkasten finden und was es aus mir machen würde.

    Meist fand ich nur Leere.

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    Die unerwartete Sehnsucht

    Dienstag, Mai 31st, 2016

    Bastion

    Petrus bereitete einen frostigen Empfang, doch dem Sommernachtstraum war’s egal. In Halle 1 des Stuttgarter Theaterhauses wehte kein eisiger Wind, da ließ es sich entfalten. Das tat er, der Traum, dank Radio-Sinfonieorchester des SWR, dank Puck Till Schneidenbach – und dank Tobias Gralke, einem Meister des gesprochenen Worts.

    Gralke kannte ich von Poetry Slams, Shakespeare ist immer reizvoll, also zog ich hin auf die Höhen der Stadt, um zu lauschen und zu lächeln. Die Ouvertüre aus Mendelssohns Sommernachtstraum ließ mein Herz hüpfen, wie es gewiss nur klassische Musik vermag. Dann brachte Gralke Steine ins Rollen.

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    Vom Ende der Frist

    Samstag, April 30th, 2016

    Bühne

    Es wird ein heißer Tanz heute Abend. Nicht da draußen irgendwo, bei all den Maianbetern und Walpurgisnachtgeistern. Mein April endet in meiner Wohnung, an meinem Schreibtisch, über meiner Tastatur. Ich muss eine Kurzgeschichte schreiben.

    Ich muss sie heute schreiben, weil da diese Frist ist. Und diese Frist endet morgen. Besser als heute, gewiss. Aber morgen ist immer noch verdammt früh. Besser wäre übermorgen. Oder Mittwoch. Mittwoch, der 30. November. 2022.

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    Bevor es beginnt

    Sonntag, Februar 9th, 2014

    Mein Kopf ist ein Gefängnis. Er hat Gedanken eingeschlossen. Ich schäme mich nicht zuzugeben, dass in meinem Kopf gefoltert wird. Weil manche Gedanken sich mir verweigern. Ihr Geheimnis nicht beichten wollen. Speziell jene, die im Zusammenhang mit meinem aktuellen Roman stehen. Ich wusste, er ist längst nicht perfekt. Ich wusste nicht warum.

    Und weil die Betriebsblindheit eine mächtige Gesellin ist, ich aber vollstes Vertrauen in die Versiertheit meiner Testleser hegte, saß ich in den vergangenen Wochen wie auf heißen Kohlen. Weil ich mir Klarheit wünschte. Und weil ich endlich diesen letzten Überarbeitungsdurchgang starten wollte, der den Roman der Perfektion ein bisschen näher bringen soll.

    Am Montag wird es soweit sein. Von Montag an werde ich mich eingraben, werde Verbindungen zur Außenwelt kappen, temporär zumindest, werde dem Prolog den Kampf ansagen und allem was danach kommt. Und um vorher meinen Geist zu besänftigen, ging ich ins Mineralbad und in die Sauna.

    Leuze

    Beim Spazieren durch die Dunkelheit einer zwar nicht von Kälte, wohl aber von Nässe leergefegten Bad Cannstatter Saunalandschaft hoffte ich letzte Klarheiten zu finden. Denn die Testleser äußerten sich zwar überraschend einhellig, ihre Hinweise waren hilfreich, die letzten Entscheidungen aber muss ich treffen, die letzten Puzzleteile ich zusammensetzen.

    Es ist die etwas eigenwillige Struktur meiner Geschichte, die Gedankenakrobatik (Gefängnissport!) von mir verlangte. Und wo, dachte ich mir, wenn nicht beim Schwitzen und beim Entspannen könnte ich die letzten Bremsen besser lösen? In der Küche stehen Bananen, Multivitaminsaft-Flaschen, eine Dose Nüsse und eine Packung Haribo-Schnuller.

    Es kann beginnen. Morgen dann.

    Foto: CC BY-NC-ND 2.0 Stefan Baudy / Leuze

    Erinnerungen I: Flashback am Schwabtunnel

    Dienstag, Juni 11th, 2013

    Tennis

    (Freitagabend, ca. 1992) Mit geschultertem Tennisschläger und sandigen Schuhen im Bus nach Hause unterwegs. Umsteigen am Feuersee, mit dieser Idee, dieser Vorfreude, im Geiste fröhlich hüpfend. Schwer atmend die steilen Treppe in der Lehenstraße hinaufhetzen, die Abkürzung durch Omas Wohnung nehmen (sich dabei zurückmelden, damit sie sich keine Sorgen macht!) und nach dem Telefon greifen. Eine Pizza Salami von Bella bestellen. Und sich mit ihr aufs Sofa fallen lassen, Sat 1 FilmFilm gucken: Indiana Jones.

    Foto: CC BY 2.0 Chris Eason / La Balle