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  • Posts Tagged ‘Verlag’

    Der Eisberg und ich

    Montag, Juli 31st, 2017

    Kürzlich erhielt ich elektronische Post von einem Verlag. „Gerne hätten wir Ihnen die Gründe für unsere Entscheidung näher erläutert, dies ist aber angesichts der vielen eingehenden Manuskripte leider nicht machbar“, stand darin. Und noch mehr. Viele seltsame Wörter. Dabei hätte ein Satz doch gereicht: „Denken Sie sich hier bitte eine Standardabsage“.

    Es ist keinesfalls so, dass ich frustriert wäre. Oder traurig. Es gab Menschen, die meinten, mich trösten zu müssen, als ich von der Mail berichtete. Ich schaute erst sie verblüfft an und dann mich selbst, verwundert, weil ich keines Trostes bedurfte. Rückschläge und Enttäuschungen pflastern meinen literarischen Weg. Sie können mir schon gar nichts mehr anhaben.

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    Im Liegestuhl beim Wetterleuchten

    Dienstag, Juni 27th, 2017

    Halb stöhnend, halb seufzend ließ sich die Dame auf den Stadtbahnsitz fallen und schubste sich den Schweiß von der Stirn. Die Frau gegenüber war ihr fremd, doch geteiltes Leiden schafft Verbindung. Sekunden später plapperten sie los, sehnten den Regen herbei, die Abkühlung. „Mein Boden ist so hart, ich kann nicht mal Unkraut zupfen“, jammerte die eine. „Das ist einfach kein Wetter für uns“, stimmte die andere zu.

    Halb mitleidig, halb amüsiert saß ich dahinter und lächelte in mich hinein. Auch mir stand der Schweiß auf der Stirn, doch die Angewohnheit des meteorologischen Dauernörgelns ist mir fremd. Ich mag den Sommer, besonders an Tagen wie diesen, an denen ich abends auf einer Open-Air-Bühne Theaterstücke sehen und das Wetter beim Leuchten bewundern kann.

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    Die Sache mit den Türen

    Mittwoch, April 30th, 2014

    „Wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere.“ Heißt es. Doch irgendwie scheinen gerade alle Schlüssel verlegt zu sein. Oder die Öffnungszeiten haben sich geändert und ich es nicht gemerkt. Geklopft habe ich sehr wohl. Vielleicht war es ein ungünstiger Zeitpunkt. Oder die Menschen auf der anderen Seite hören schlecht. Temporär. Oder grundsätzlich.

    Door

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich immer irgendwo irgendwas ergibt.“ Sagte ich gern. Bis vor kurzem noch. Weil es stimmte. Dann stimmte es plötzlich nicht mehr. Und ich stellte mir die Frage, wie sehr mancher Zuhörer dereinst das Bedürfnis hatte unterdrücken müssen, mir eins in die Fresse zu schlagen, während ich blöd rumweisheitete.

    Einen Monat ist es her, da trottete ich durch Budapest, atmete unbelastete Luft, hatte Zeit zum Nachdenken – und beschloss: Der April, der wird großartig. Arbeitsintensiv und effektiv. Zielstrebig und zukunftsweisend. Jetzt kann ich diesen elenden Ork von einem Monat nicht schnell genug hinter mich bringen. Tanz in den Mai? Mit Vergnügen.

    Am vergangenen Wochenende saß ich mit einer Freundin zusammen, die eine ähnliche Durststrecke erlebt hat, bezeichnenderweise ebenfalls in der Verlagsbranche. Sie saß allerdings in einem anderen Raum mit verschlossenen Türen fest, von der gegenüberliegenden Seite kommend. Eine der Türen, an die sie klopfte, ist ihr nun geöffnet worden. Wenn auch vorerst nur temporär. Einlass ist diesen Freitag.

    „Vielleicht musst du so etwas durchmachen, musst du an Grenzen stoßen, damit du daraus lernst“, sagte sie sinngemäß, bevor wir Italienisch essen und den wundervollen Film Her anschauen gingen, Nahrung für Körper und Geist. Und natürlich hat sie recht. Denn – Zitat aus einem anderen großen Film, Vanilla Sky: „Das Süße ist niemals so süß ohne das Bittere.“

    Ich weiß, dass viele Tausende diese Erfahrung mit den verschlossenen Türen machen, zumal unter jenen, die ihre Träume unter dem Himmel aufhängen. Die sich auf dieses Spiel mit dem Klopfen einlassen und nur den dumpfen Hall einer Stimme hören, die sagt: „Wir melden uns. Vielleicht. Und wenn wir uns nicht melden, ist das auch eine Meldung.“

    In solchen Momenten hilft nur eines: Irgendwann eben an die nächste Türe gehen. Wieder klopfen – und zwar bloß nicht zaghaft. Denn das Trost spendende an der Sache mit den Türen ist doch, dass sich immer wieder eine neue findet. Zum Jahresende 2013 schrieb ich noch über das Warten auf den Silberstreif. Es hat sich seitdem wenig geändert. Na und?

    Du magst es als Durchhalteparole belächeln, aber ich halte mich an den Fußball-Philosophen Oliver Kahn: „Niemals aufgeben. Immer weitermachen. Immer weiter, immer weiter„, hat der einmal gesagt, nachdem jemand es wagen wollte, ihm eine Türe vor der Nase zuzuschlagen.

    Was man daraus lernen kann: Wenn du hart genug arbeitest, siehst du irgendwann auch das Licht durch einen Türspalt. Dann brauchst du nur noch einen schnellen Fuß.

    Foto: CC BY-NC-SA 2.0 KaddlSudhl / Mystery behind the door

    Die Sache mit den Manuskripten

    Montag, Juni 11th, 2012

    Das Leben mit Tom ruht. Ich werde mich ihm erst nach der Rückkehr in die Heimat wieder widmen. Dennoch: bis meine finale Version steht, wird es nicht mehr lange dauern. Ich rechne mit Ende Juli. Danach müsste eigentlich die Suche nach einem Verlag beginnen. Eigentlich.

    Seien wir einmal realistisch: die Chancen für ein unverlangt eingesendetes Manuskript sind gleich null. Um mit seinem Projekt durchzudringen muss alles stimmen: von der Kompatibilität zum Verlagsprogramm über die Stimmung des Lektors bis hin zu seinem aktuellen Stressfaktor – ja sogar die Qualität von Leseprobe und Exposé entscheiden mit.

    Also, liebe Verlage: lassen wir das doch mit den üblichen Spielchen. Ich verschone euch mit meinen Papierstapeln und Ihr meldet euch einfach bei mir, wenn Ihr Interesse an Tom habt. Meine Kontaktdaten findet Ihr hier, ein Interview zum Projekt könnt Ihr hier lesen, inklusive eines natürlich vorläufigen Klappentextes.

    Ich versichere, dass bis jetzt noch kein Verlag Exposé und Leseprobe zu Gesicht bekommen hat, mit Agenten müsst ihr euch auch nicht herumschlagen. Einstweilen sammle ich mal weitere Argumente für eine Veröffentlichung.

    P.S. Ein Satz noch zu den Druckkostenzuschusshäusern. Ihr dürft euch selbstverständlich nicht angesprochen fühlen.