• Home
  • Blog
  • Texte
  • Reaktionen
  • Über mich
  • Impressum
  • Datenschutz

  • Posts Tagged ‘Würzburg’

    Die Magie des Tapetenwechsels

    Samstag, Oktober 8th, 2011

    „Du bist nüchterner als ich“, sagte S. zu mir und blickte in den Raum. „Wie nimmst Du die Stimmung wahr?“ Also blickte auch ich in den Raum im obersten Stock des Internationalen Hauses in Würzburg, sah die Partygäste lachen, reden, trinken, sah vor allem im Hintergrund die hell erleuchtete Festung. „Gelöst“, sagte ich zu ihr. Und später, auf der Dachterasse, als wir zitternd in der Herbstkälte auf einem Sofa saßen und in der Dunkelheit neben uns L. auf der Gitarre Nothing else matters spielte und mit einstigen Bandkollegen sang, war ich es auch.

    Am Abend davor habe ich in Stuttgart A. dabei zugehört, wie sie von ihrer Heimatverbundenheit sprach und vom gleichzeitigen Wunsch, innerhalb der nächsten Jahre noch einmal woanders zu leben. Ich habe in diesem Moment nicht viel zum Gespräch beigetragen, aber ich bin ziemlich sicher, dass ich gelächelt habe. Als ich noch studierte, erlebte ich immer wieder, welch befreiendes Gefühl es war, eine Stadt hinter sich zu lassen und in die andere zu fahren. Die Magie des Tapetenwechsels schafft Raum für neue Perspektiven, verdrängt Verantwortlichkeiten und Baustellen, was man im Falle Stuttgarts ja durchaus wortwörtlich verstehen darf.

    Gestern bin ich nach Würzburg zurückgekehrt – wenn auch nur für eine Nacht und einen Vormittag. Bin durch die vertrauten Straßen gelaufen und habe mich erinnert. Habe gemerkt, dass wo immer man war, ein Stück von seinem Selbst blieb. Darauf wartend, dass man zurückkommt und es aufliest. Die innere und die äußere Freiheit einen Tapetenwechsel zu vollziehen, wenn mir danach ist, werde ich auf absehbare Zeit nicht aufgeben wollen. Sie ist eines der höchsten Güter, die ich besitze.

    Aliens und Poesie

    Dienstag, September 13th, 2011

    Die Müdigkeit, die jetzt, Dienstagabend, 21.02 Uhr, gähnend langsam durch mich durchkriecht, hat zwei Ursachen: die eine heißt Novak Djokovic und hat mich mit seinem „außerirdischen Tennis“ gestern im Endspiel der US-Open gegen Rafael Nadal vom Schlafen abgehalten, der andere Fremdschämen und ist der (Arbeits-)Titel eines Gedichts, das ich vielleicht – bei einem Finaleinzug – am Freitag beim Poetry-Slam im Club Bastion in Kirchheim/Teck performen werde.

    Lange habe ich mich vor dem Schreiben gedrückt, besser: vor dem Dichten. Hatte lieber an dem Drehbuch-Treatment gefeilt. Gestern dichtete ich die erste Hälfte, vielleicht auch nur das erste Drittel – mit etwas Hilfe von Franz Schubert. Nun drücke ich mich schon wieder. Der Druck, er ist wohl einfach noch nicht groß genug. Das Treatment, indes, ist auch noch nicht fertig geworden ist. Ich werde darauf zurückkommen.

    Und danach werde ich anderswo hinkommen. Ins alte Würzburg am zweiten Oktoberwochenende, zur Geburtstagsparty von S. Ins wuselige Frankfurt am dritten Oktoberwochenende, zur Buchmesse und dem Hauptseminar des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen. Schließlich ins gestylte Zürich und ins relaxte Bad Ragaz am dritten Oktoberwochenende, zum lange angestrebten Thermalbadbad.

    Die Müdigkeit wird weiter kriechen in den Wochen, die da vor mir liegen. Doch hat sie auch ihr Gutes: Sie erinnert einen an das Lebhafte der jüngsten Vergangenheit.