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    Der Spalt und ich

    Sonntag, Oktober 23rd, 2011

    Der Hochnebel lag unversöhnlich über der Stadt und durch die Straßen kroch die graue Wucht des Herbstes. Am Utoquai schaute K. durch das Fenster der Tram hinaus auf den See. „Im Winter ist Zürich immer so“, sagte sie, „aber wart’s ab: Gleich fahren wir in die Sonne.“ Und als wir dann eine halbe Stunde später auf der Autobahn an Pfäffikon vorbeipfiffen, den Bergen entgegen, später den Walensee links liegen ließen, da war es, als hätte jemand einen Vorhang aufgezogen. „So schön“, sagte meine Fahrerin. „Die Schweiz ist so schön.“

    Bald darauf lehnte ich am Rand des Außenbeckens der Tamina Therme von Bad Ragaz und wünschte mir, eine wasserfeste Kamera vorbeischippern zu sehen. Ich hätte sie ergriffen und dieses Motiv festgehalten. Das Motiv mit dem großen nach oben spitz verlaufenden dreieckigen Felsen mitten im Becken, mit dem Häuschen auf der Wiese dahinter vor dem Berg, der auch ein Hügel gewesen sein kann – so genau weiß ich das nicht mehr. Aber das bunte Schimmern, die andere Seite des Schweizer Herbstes, ist mir in Erinnerung geblieben.

    Und morgen starte ich erwartungsfroh in die letzte Woche meines goldenen Oktobers. Ich habe dieses Gefühl, dass sich da vergangene Woche eine Tür geöffnet hat, einen Spalt nur fürs Erste. Doch das Licht, das mir in winzigen Strahlen entgegenscheint, ist eine Einladung. Ich muss nur ein wenig drücken. . .

    Aliens und Poesie

    Dienstag, September 13th, 2011

    Die Müdigkeit, die jetzt, Dienstagabend, 21.02 Uhr, gähnend langsam durch mich durchkriecht, hat zwei Ursachen: die eine heißt Novak Djokovic und hat mich mit seinem „außerirdischen Tennis“ gestern im Endspiel der US-Open gegen Rafael Nadal vom Schlafen abgehalten, der andere Fremdschämen und ist der (Arbeits-)Titel eines Gedichts, das ich vielleicht – bei einem Finaleinzug – am Freitag beim Poetry-Slam im Club Bastion in Kirchheim/Teck performen werde.

    Lange habe ich mich vor dem Schreiben gedrückt, besser: vor dem Dichten. Hatte lieber an dem Drehbuch-Treatment gefeilt. Gestern dichtete ich die erste Hälfte, vielleicht auch nur das erste Drittel – mit etwas Hilfe von Franz Schubert. Nun drücke ich mich schon wieder. Der Druck, er ist wohl einfach noch nicht groß genug. Das Treatment, indes, ist auch noch nicht fertig geworden ist. Ich werde darauf zurückkommen.

    Und danach werde ich anderswo hinkommen. Ins alte Würzburg am zweiten Oktoberwochenende, zur Geburtstagsparty von S. Ins wuselige Frankfurt am dritten Oktoberwochenende, zur Buchmesse und dem Hauptseminar des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen. Schließlich ins gestylte Zürich und ins relaxte Bad Ragaz am dritten Oktoberwochenende, zum lange angestrebten Thermalbadbad.

    Die Müdigkeit wird weiter kriechen in den Wochen, die da vor mir liegen. Doch hat sie auch ihr Gutes: Sie erinnert einen an das Lebhafte der jüngsten Vergangenheit.